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Friday , 30 July 2010 Den Namenstag feiert heute: Julity, Ludmily, Zdobyslawa
"Die Schlacht um eine Kuh"

Wettbewerb zwischen den Städten

Die Geschichte des Wettbewerbes

... Ein Bauer aus Remmin gab einem anderen Bauer aus einem Bialogarder Dorf eine Kuh, unter der Bedingung, dass die Bialogardner die Kuh über Winter bei sich haben würde. Im Frühling 1469 forderte der Remminer den Bauer aus Bialogard auf, die Kuh zurückzugeben. Der weigerte sich aber und so haben einige Bauern aus Remmin samt Freunden die Kuh mit Gewalt zurückgenommen.

Die Pommeraner nutzten die Gelegenheit und holten sich eine Anzahl von Kühen aus Remmin. So beklagten sich jetzt die Remminer bei Jakob von Polenz, der die Klage an Karsten von Wapersnow, den Burgherrn auf dem Schloss in Bialogard, weiterleitete. Dieser hat aber die Kläger herausgeworfen. Auf Befehl des Gemeindevorstehers von Bialogard wurde das Vieh zusammengebracht und nach Swidwin getrieben.

Karsten von Wapersnow wurde verärgert und baute eine Mauer, um ¦widwin zu überfallen. Jakob von Polenz sah dies jedoch vor. Unter Führung Christophers von Polenz kamen mehrere Ritter und Knechte, Bürger und Bauer, um dem Feind die Stirn zu bieten. Im Langenschen-Wald, zwischen "Ziezenow" und Lengen, kam es zu einer Schlacht, die dank Christopher und seiner Ritter nach drei Stunden mit einem Sieg Swidwiner endete. 300 Menschen kamen ums Leben und 100 Menschen gerieten in Gefangenschaft (es wurden auch hundert weitere als Geißel genommen) und wurden mit den eingenommenen Wagen nach ¦widwin gebracht.

...Karsten von Wapersnow ist es nur mit größter Mühe gelungen der Gefangenschaft zu entgehen. Die Gefangenen wurden im engen Turm "Kieck in Pommern" EINgeschlossen. Wer das Lösegeld nicht zahlte, wurde kaltblätig vor Hunger sterben gelassen. Die Flagge von Bialogard wurde in der Kirche aufgehängt und im steinigen Tor sollte ein großer Ring eingebracht werden. Der Ring sollte von dem Ochsen stammen, auf welchem der Bürgermeister durch das Tor fahren sollte. In ¦widwin hat man ein Siegeslied geschaffen, welches Christoph von Polenz lobt und die Einwohner von Bialogard verspottet. Karsten von Wapersnow riet den Frauen in Bialogard, dass sie um ihre gefallenen Männer nicht mehr trauern, sondern gleich die Knechte heiraten sollen…

… Man sagte, all das geschah am 15. Juli 1469 und die Lieder besangen die von den Swidwiner Bürgern und Rittern auf den Heiden gewonnene Schlacht gegen Bialogardner. Die Lieder beinhalteten den Streit um eine Kuh, die von einem Bialogarder Bauer gestohlen wurde. Der wahre Grund der Schlacht lag in den Unruhen, die zwischen Pommeranern und Brandenburger herrschten. Der Herrscher von Swidwinianer war Kristof von Polentzke, der Sohn des Burgherrn. Die Bialogardner wurden von Karsten von Wapersnow geführt.

… Die Legende besagt, dass es 300 Männer aus Bialogard auf dem Schlachtfeld gefallen sind und 100 weitere in Gefangenschaft gerieten und Sklaven wurden. Überdies nahm man nach ¦widwin 50 Wagen samt Kriegswaffen. Die Gefangenen wurden im Turm eingeschlossen, das damals "Kieck in Pommern" genannt wurde. Die Gefangenen konnten sich nicht befreien und starben vor Hunger . Die Bialogarder Fahnen wurden in der Kirche aufgehängt und 1689 verbrannt.

(laut. "Gazety ¦widwiñskiej" und Monografia Miasta Bia³ogard)

… Für die Nachfolger veranstalten die Bürgermeister der einmal verzankten Städte unblutige Kämpfe. Zu Weihnachten zündet man ein Lagerfeuer in der Gegend beim Schloss, als Kriegszeichen für Kämpfer, Bürger und Ankömmlinge. Am Tag der Entscheidung bedienen sich die Bewohner beider Städte nicht mehr Lanzen und Schwerte, sondern Vernunft und Kraft und all das zum Vergnügen sowohl der Männer und Frauen, als auch des gemeinen Volkes und der Gaffern. Nach dem Turnier gibt es einen Schmaus sowie Tanz und Gesang bis in den Morgengrauen.

"Die Schlacht um eine Kuh" heute

In den 60er Jahren des 20. Jhs. wurde zum ersten Mal das Turnier der Städte Bialogard und ¦widwin unter dem Namen “Die Schlacht um eine Kuh” organisiert. Die Veranstaltung geht auf den Streit zwischen den beiden Städten um eine Kuh von 1469 zurück. Und jedes Jahr kämpfen die Vertreter beider Städte um eine Trophäe - Kuhhörner. Die Idee stammt von Leon Zdanowicz aus ¦widwin, dem PDK Instrukteur. Das erste Turnier fand 1969 statt, also genau 500 Jahre nach diesem historischen Ereignis. Als Preis bekommt das Siegerteam schön präparierte Kuhhörner, am Holz befestigt, die die “Räume” des Siegerteams innerhalb des nächsten Jahres schmücken. Jedes Jahr werden die Disziplinen von beiden Teams bestimmt. Die Mehrheit knöpft an mittelalterliche Zeiten an: Bogenschießen, Enthauptung des hölzernen Bären mit einem Beil, Speer- und Beilwurf, Anzünden des Lagerfeuers mit einem glühenden Draht. Das Turnier findet wechselweise in ¦widwin und Bialogard. Jede Schlacht endet mit einem friedlichen Schmaus mit Rindfleisch, das von Bialogardner zubereitet, und Bier, das von ¦widwiner gespendet wird.

Die Schlacht um eine Kuh gehört zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen im Sommer, die mit der Zeit für alle Stadtbewohner und Gäste ganztägig wurde.

Im Jahre 2003 wurde das 35. Turnier veranstaltet. Diesmal haben unsere Nachbarn die Kuhhörner erworben.